Freitag, 2. Oktober 2015

Irgendwo irgendwann habe ich etwas gelesen....

... und habe dabei gedacht: das könnte ich mal im Blog posten. Und wenn ich es mir nicht sofort aufschreibe, dann vergesse ich zwar nicht, dass ich irgendwo irgendwann mal etwas gelesen habe, was ich fürs Bloggen interessant fand, und ich vergesse auch nicht, dass ich den Gedanken hatte es zu posten, aber ich vergesse, wann und wo es gewesen ist und ich vergesse auch worum es ging.
Um mich erinnern zu können, setze ich mich dann still aufs Sofa. Aber nicht in die Gemütlichkeits-Stellung, sondern vorne auf die Sofakante. Nur die Fußspitzen stehen auf dem Boden. Und dann höre ich auf zu denken. Das gelingt mir sehr gut, denn darin habe ich mich trainiert. Einfach den Denkknopf ausschalten. Dann vergesse ich praktisch alles vom jeweiligen Moment, also wie ich aussehe, wo ich sitze, wahrscheinlich auch wer ich bin. Aber ist ja auch egal, denn ich will ja etwas finden, was vorbei ist und was irgendwo in mir gespeichert ist. Wie der Suchprozess im Detail abläuft, kann ich nicht beschreiben. Es wabert sozusagen in mir drin, und ich vermute mal, dass alles einbezogen wird in den Erinnerungsprozess, also auch die Sinne und der ganze Körper. Denn manchmal weiß ich dann plötzlich, wo ich gestanden habe oder wo ich gesessen habe oder wie das Buch aussah oder die Zeitschrift. Eine Farbe oder ein Geruch oder ein anderer augenscheinlich unwesentlicher Aspekt des jeweiligen Moments tauchen auf und dann kann es passieren, dass sich eine schnelle Erinnerungskette bildet, in der die Situation sozusagen nachgespielt wird. Und dann kann ich mich plötzlich erinnern und weiß, wo ich nachschlagen muss, um das zu finden, was ich bloggen wollte.
Heute hat es leider nicht geklappt. Ich saß einige Minuten ohne Denken auf der Sofakante, aber es ist nichts passiert. Keine Farben, keine Gerüche, nichts ist aufgetaucht. Dabei weiß ich genau, dass ich irgendwo irgendwann in den letzten Tagen etwas gelesen habe, das ich posten wollte.

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