Samstag, 28. November 2015

Der Prozess des Kümmerns ist komplex.

Diese Woche war ich drei Mal auf Veranstaltungen für EhrenamtlerInnen, die sich um Flüchtlinge kümmern. Ein Mal gab es einen Vortrag über den Ablauf des Asylverfahrens, das andere Mal  ging es um das Leben in Syrien vor dem Krieg und heute waren alle EhrenamtlerInnen und auch alle die, die von ihnen betreut werden und genug Deutsch verstehen, zu einer Theatervorstellung eingeladen, in Liblar in der Aula des Ville Gymnasiums.
Wir EhrenamtlerInnen sind immer schnell im Gespräch, denn wir erleben viel, was wir einordnen müssen. Erst mit der Zeit wird einem klar, dass das Kümmern ein komplexer Prozess ist, in dem sich die Situation manchmal überhaupt nicht und dann ganz plötzlich ändert, weil alles sozusagen im Fluss ist. Okay, der Fluss fließt für die meisten Asylsuchenden langsam. Aber dann kann es auch schnell gehen. Und alle Veränderungen sind mitzugehen. Irgendwie jedenfalls.
Die heutige Veränderung war eine freudige. Denn ich habe gesehen, wie einer aus der Gruppe, die ich betreue, Händchen hielt mit einer jungen Frau, die ich bisher noch nicht kannte. Sie ist alleinreisend und kommt aus Syrien. Er ist auch alleinreisend und kommt aus dem Iran. Beide kommen aus der Theaterwelt, sie studierte Bühnendesign, so hat sie mir erzählt, und er ist Schauspieler. Kennengelernt haben sie sich im Baracken Camp der Arbeiterwohlfahrt in Erftstadt.

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