Mittwoch, 14. Februar 2018

Man nimmt sich selbst immer mit.

Den Satz habe ich oft gehört oder gelesen, und ich habe nie an ihm gezweifelt.
In diesen Tagen, in denen ich nicht Zuhause, sondern in Palma bin, merke ich, wie sehr dieser Satz stimmt. Ich bin zwar weg, aber immer mit mir zusammen...  also mit meinen Gedanken und Gefühlen und Empfindungen und Bewertungen und Vorurteilen...  mit allem, was "ich" ist, wenn ich "ich" sage oder denke, und auch wenn ich "ich" nicht ausdrücklich sage oder denke, so handele ich immer als "ich".
Ich würde sagen, "ich" ist mein LebensProjekt. Noch nichtmal weil ich es besonders wichtig finde, sondern weil es gar nicht anders geht, und weil mein Bezug zur Welt nur über und mit diesem "ich" geht.
Wenn mir also die Anderen wichtig sind, und wenn es mir wichtig ist, dass die Welt zu einem besseren Ort wird, dann ist es natürlich wichtig, dass ich mich um dieses Ich kümmere, weil es die Verbindung ist zwischen den Anderen und mir und zwischen der Welt und mir.
Die Frage ist: WIE kümmere ich mich? Und ist es dasselbe, wenn ich frage: Wie kümmere ich mich um mich? oder: Wie kümmere ich mich um mein Ich?

( Einige Stunden später sehe ich zufällig einen Bericht im spanischen Fernsehen anläßlich des Tages der Verliebten, San Valentin. Es ging um Frauen, die sich selbst heiraten und sich heute am 14.2.  bestätigen, dass sie in sich selbst verliebt sind. Der Begriff des Phänomens ist Sologamía. Es hieß, dass es immer mehr Frauen gibt, die ein Fest feiern, wie eine Hochzeit, mit einem Hochzeitsessen und einer Zeremonie, in der sie sich selbst versprechen, sich zu ehren, sich zu lieben und sich treu zu bleiben bis ans Ende ihres Leben. )



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