Donnerstag, 19. April 2018

Noch mehr Alte mit Schaffenskraft:

Ursula Lehr hat noch mehr alte Menschen auf Ihrer Liste:
Unter den Dichtern sei zunächst Johann Wolfgang v. Goethe (1749-1832) erwähnt, der mit 82 Jahren seinen Faust II vollendete. 
Theodor Fontane (1819-1898) schrieb mit 77 seinen Roman "Effi Briest". 
Henrik Ibsen (1828-1906) arbeitete erfolgreich noch in seinem 8. Lebensjahrzehnt. 
Marie v. Ebner-Eschenbach (1830-1916) schrieb noch im 9. Lebensjahrzehnt. 
Knut Hamsun (1859-1952) schloss sein Werk "Auf überwachsenen Pfaden" mit 90 Jahren ab. 
Gerhard Hauptmann (1862-1946) vollendete seine Iphigenie-Dramen mit 80 Jahren. Ebenso alt war Ricarda Huch (1864-1947) als sie "Herbstfeuer" und "Mein Tagebuch" schrieb. 
Ina Seidel (1885-1974) verfaßte ihr letztes Buch "Lebensbericht" als 85jährige. 
George Bernard Shaw (1856-1950) schrieb sein Buch "Zurück zu Methusalem" im 9. Lebensjahrzehnt. In seinem Nachwort stellte er fest: "Meine körperlichen Kräfte lassen mich im Stich ... und dennoch hat mein Geist noch immer die Fähigkeit, sich weiterzuentwickeln, denn meine Neugierde ist lebhafter als je ...".
Viele Komponisten zeigen eine beachtenswerte Kreativität noch im hohen Alter.
Heinrich Schütz (1585-1672) komponierte das Weihnachtsoratorium, drei Passionen und das Magnificat mit 85 Jahren;
Georg Philipp Telemann (1682-1767) komponierte bis zu seinem Tod mit 86 Jahren.
Georg Friedrich Händel (1685-1759), Joseph Haydn (1732-1809), Franz Liszt (1811-1886) und Anton Bruckner (1824-1896) schufen noch bedeutende Werke im 8. Lebensjahrzehnt.
Guiseppe Verdi (1813-1901) vollendete als 80jähriger den Falstaff und hatte danach noch Opern und Symphonien komponiert.

Die Liste ließe sich durch eine Vielzahl von Staatsmännern, die im hohen Alter erstaunliche Kompetenz bewiesen und weltbewegende Dinge leisteten, fortsetzen: Konrad Adenauer war 73, als er das Amt des ersten Bundeskanzler übernahm, das er bis 87 Jahre erfolgreich innehatte. Charles de Gaulle, Churchill und Pertini wären hier ebenso zu nennen wie Golda Meir und andere (vgl. Lehr 2002).
Diese keineswegs vollständige Liste bietet Beispiele für eine hohe Kompetenz im Alter, für eine Gestaltung unserer kulturellen Umwelt durch alte Menschen, die in den letzten 300 Jahren deutlich wurde - in einer Zeit, in der die durchschnittliche Lebenserwartung zwischen 30 und 45 Jahren lag. Doch auch der "normale Bürger" hat spezifische Kompetenzen in bestimmten Bereichen, die keine Altersgrenzen kennen, die man jedoch nicht nur nicht abruft, sondern oft sogar an ihrer Entfaltung hindert.

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