Dienstag, 23. Oktober 2018

"Döstädning"

Das ist Schwedisch und meint die Kunst, die Dinge des Lebens zu ordnen. So jedenfalls steht es in einer Besprechung des Buches  Frau Magnussons Kunst, die letzten Dinge des Lebens zu ordnen, das im S. Fischer Verlag erschienen ist.
Ich habe mehrere Rezensionen über das Buch gelesen und bin noch unschlüssig, ob ich es kaufen soll, denn ich habe diesen "Prozess des Aufräumens und Ordnens" intensiv vor ein paar Jahren durchlebt, als ich von Spanien nach Deutschland zog und klar war, dass dies kein Umzug im üblichen Sinn sein wird, sondern ich lediglich mit dem Allerwichtigsten und Persönlichsten in Deutschland neu beginnen werde. Ich weiß also worum es geht und kenne die Gemengelage emotionaler und organisatorischer Herausforderungen.
Seither ist mir der Gedanke, irgendwann nicht mehr da zu sein und also auch nichts mehr ordnen zu können, gepaart mit dem unbedingten Wunsch, meinem Sohn so wenig Arbeit wie möglich zu hinterlassen, eine regelmäßig wiederkehrende Erinnerung, alles so zu ordnen, dass ich einfach verschwinden kann, und für ihn nur das Nötigste zu tun übrigbleibt.
Übrigens habe ich es genauso auch bei meiner Mutter erlebt, die alles ganz wunderbar aufgeräumt und geordnet hinterlassen hat. Wir Kinder waren ihr dafür sehr dankbar. Dieses Gefühl der Dankbarkeit hat auch beim Trauern geholfen; es war schön, dankbar und traurig zugleich sein zu dürfen.
Frau Magnusson sei zwischen 80 und 100 und habe ein unterhaltsames Buch geschrieben, so steht es in dem Artikel bei Spiegel plus, der mit einem Magnusson-Zitat getitelt ist: "Behalten Sie Ihren Lieblingsdildo, aber werfen Sie die anderen 15 weg."

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