Montag, 5. November 2018

Eine Serie auf ARTE

Ich habe mir die Serie Ad Vitam in der ARTE Mediathek angeschaut. Alle sechs Episoden - verteilt auf zwei Tage. Und ich bin nicht sicher, ob ich sie empfehlen soll. Nicht weil die Serie schlecht ist, sondern weil manche Bilder ziemlich verstörend sind. Gut gemachte Fiktion eben.
Die Geschichte spielt in einer Zukunft, in der Menschen anfangen, sich ab 30 zu "regenerieren". Das heißt, dass sie sich in regelmäßigen Abständen für eine bestimmte Zeit in einen Behälter mit einer durchsichtigen Flüssigkeit legen. Über ein Mundstück, an dem Schläuche befestigt sind, können sie atmen. Dieses "Regenerieren" hat zur Folge, dass sie nicht altern. Das heißt unter anderem, dass sie sich als erstes fragen, wenn sie sich kennenlernen: wie alt bist du? Weil Alter nicht mehr sichtbar ist. Wer sich weigert, sich zu "regenerieren", wird gesellschaftlich ausgestoßen, was zur Folge hat, dass alte Gesichter und alte Körper die Ausnahme sind und diejenigen, die sich nicht "regenerieren" im Verborgenen leben müssen.
Es geht nicht um Unsterblichkeit, sondern darum, solange wie möglich den Alternsprozess aufzuhalten. Also genau das, woran im Silicon Valley seit Jahren intensiv gearbeitet wird: Symptome des Alterns immer weiter zu verschieben, so dass 70Jährige aussehen wie 30, und 100Jährige wie 40. Und nicht nur so aussehen, sondern auch dieselbe Energie haben.
In der Serie werden einige der logischen Folgen dieser Altersverschiebung gezeigt, und da wird klar, welch ein Eingriff es für die menschliche Daseinsform und für das Leben auf der Erde bedeutet, wenn die Spanne zwischen Geburt und Tod sich verdoppelt oder verdreifacht.



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