Sonntag, 4. November 2018

Was hat Altwerden mit Altsein zu tun?

Zwischen 60 und 70 wird man alt - naja, man fängt natürlich schon früher an, alt zu werden. Eigentlich gehts ja mit der Geburt los, dass man älter wird ... und älter und älter. Es sei denn man stirbt; die einzige Möglichkeit, nicht älter zu werden. Wenn man dann aber echt alt wird, also so mit 60, 65, dann kommt man nicht drumherum, an sich selbst Zeichen festzustellen, die eindeutig darauf hindeuten, dass das wirkliche ALTER auf einen zukommt.
Ich bin jetzt 72 und immer noch im Stadium des Altwerdens, also auf dem Weg hinein ins Alter. Manchmal frage ich mich, wann ich das Alter, das wir Alter nennen, eigentlich erreicht haben werde. Im Moment sage ich mir, dass ich mit 75 endgültig im Alter angekommen sein werde. Also in drei Jahren. Wenn ich dann aber Freundinnen sehe, die schon 75 sind oder älter, und wenn ich sehe, wie sie leben und welche Pläne sie haben, dann denke ich: Nee... das ist immer noch nicht das, was ich mit ALTER verbinde, das ist immer noch Altwerden, also draufzugehen aufs Alter.
Da ich vorhabe, diesen Blog bis zum Ende meiner Tage zu schreiben, werde ich hier natürlich darüber berichten, wie es sich bei mir entwickeln wird.
Übrigens: als ich mit dem Bloggen anfing war ich 60 und mir war damals sehr wichtig zu sagen, dass ich jetzt alt sei. Vor 12 Jahren hatte ich natürlich noch überhaupt keine Ahnung davon, wie prozesshaft Alter ist. Ich spürte, dass es spannend sein könnte, aber dass es so spannend ist, wie ich es leben darf, das überrascht mich immer wieder neu. Dass sich lebenslange Träume erfüllen, dass  neue gesellschaftliche Rollen auf mich warten und sich immer wieder Neues auftut, dem ich mich widmen kann, das hätte ich mir nie vorzustellen gewagt.

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