Donnerstag, 16. August 2018

Ab ins Wohnprojekt!

Ab ins Wohnprojekt! Wohnträume werden Wirklichkeit. Das ist der Titel des Buches, für das der oekom verlag eine Crowdfunding Aktion initiiert hat, die jetzt online ist. 
Nur wenn diese Aktion erfolgreich ist, wird der Verlag das Buch produzieren.
Was mich als Autorin angeht, so habe ich meinen Teil der Produktion fast abgeschlossen. Ich habe 19 Interviews für das Buch gemacht, und jetzt schreibe ich noch an einigen Texten, die unter der Überschrift Reflexionen stehen werden. 
Je mehr Leute von der Funding Aktion erfahren, umso größer ist die Chance, dass sie erfolgreich sein wird, und daher wäre es wunderbar, wenn der Link zur Fundingseite weitergeleitet würde.
  


Freitag, 3. August 2018

Endlich

Ich hatte ja schon erzählt, dass ich an einem Buch über gemeinschaftliche Wohnprojekte arbeite und deshalb in letzter Zeit so wenig poste. Ich bin einfach viel am Computer und muss mich konzentrieren, und wenn ich dann mal eine Pause habe, lasse ich das Notebook lieber zu.
Das Buchprojekt kommt jetzt in eine spannende Phase, denn am 8.8. geht die Crowdfunding Aktion los. Der Verlag hat eine Webseite eingerichtet, auf der das Buch vorgestellt wird und wo jede/r die Möglichkeit hat, die Buchproduktion zu unterstützen. Wenn es soweit ist, werde ich hier natürlich den Link zu dieser FundingSeite posten.
Ich erlebe das alles ja zum ersten Mal, und kann nur sagen, dass es großen Spaß macht, wiedermal etwas zu machen, was ich noch nie vorher gemacht habe. Es ist toll, Teil eines Vorhabens zu sein, an dem ich beteiligt bin, an dem aber auch viele andere beteiligt sind. Und nur so kann dieses Vorhaben erfolgreich sein, indem alle ihren Teil dazu beitragen. Eine wunderbare Erfahrung.

Sonntag, 22. Juli 2018

Vom Säen und vom Ernten.

Immer wieder begegne ich der Idee, erfüllendes Altern wäre Ernten. Sozusagen die Früchte dessen, was man gesät hat.
Das Konzept des Erntens im Alter hat mich für mich selbst nie überzeugt. Aber ich kann sehen, wie es für viele meiner Generation zu funktionieren scheint. Vor allem für diejenigen, die viel Lebenszeit aufgebracht haben mit etwas, wovon sie gedacht haben, das, was sie da machen, sei eine Investition in das, was später kommen wird.  Nach dem Motto: Jetzt Arbeit und später Rente. Jetzt auf viel Freiheit verzichten und später Freiheit pur. Sie haben sozusagen das Säen und das Ernten zeitlich voneinander getrennt.
Das habe ich nie. Besser gesagt, damit habe ich aufgehört, seit ich selbst über mein Leben bestimmen konnte. Ich wollte einfach immer sofort ernten. Natürlich war mir klar, dass Ernten nicht ohne Säen geht. Aber ich habe mir für das Säen immer einen Lebensinhalt gesucht, der mir schon beim Säen das Gefühl von Ernten verschafft hat. Für mich ist also Säen und Ernten nichts, was zeitlich auseinander fällt. Und demzufolge wird auch mein Lebensgefühl und mein Lebenskonzept jetzt im Alter nicht von der Idee des Erntens geleitet. Sondern vielmehr vom Konzept des Säens, dem das Gefühl des Erntens immanent ist. 

Samstag, 21. Juli 2018

Ich habe lange nichts mehr gepostet, ich war beschäftigt.

Und ich will kurz berichten, womit ich beschäftigt war.
Ich arbeite an einem Buch über gemeinschaftliche Wohnprojekte, das im oekom Verlag rauskommen wird. Aber bevor das Buch in die Produktion geht, wird der oekom Verlag eine Crowdfunding Aktion starten. Sobald diese online ist, werde ich hier natürlich darauf verweisen, das ist ja klar. Jedenfalls wird das Buch nur dann vom Verlag produziert, wenn die Funding-Aktion erfolgreich sein wird.
Jetzt wurde ich vom Verlag gebeten, für die Funding-Seite ein Video herzustellen, in dem ich als Autorin das Buch vorstelle. Auf Nachfrage meinerseits, welche Hilfe der Verlag beim Videomachen anbietet, wurde mir gesagt, dass sie da bisher leider nichts haben, was sie mir anbieten können.
Da stand ich also. Mit einer Aufgabe, die ich mir niemals ausgesucht hätte, die ich mir niemals für mich gewünscht habe, die mich total überfordert hat.
Wenn ich überfordert bin, dann kann ich nichts anderes tun, als meine ganze Kraft, meine ganze Zeit, mein ganzes Denken, all meine Ressourcen auf die zu lösenden Aufgabe richten. Wenn ich sie lösen will. Und ich wollte dieses Video machen. Denn ich konnte auf den Funding-Seiten des Verlags für andere Bücher sehen, wie wichtig das Video der Autoren ist, um ein Gefühl für das Buch zu bekommen, was unterstützt werden soll.
Ich habe natürlich das Drehen des Videos so lange vor mir her geschoben, wie ich nur konnte. Aber ich habe immer wieder darüber nachgedacht, wie ich es anstellen könnte, damit es was werden kann. Ich habe auch im Bekannten- und Freundeskreis nachgefragt. Aber entweder wurde klar, dass da genau so wenig Ahnung vom Videomachen war wie bei mir, oder jemand kannte jemanden und bot an, diesen Jemand zu fragen, und das wollte ich nicht. Denn ich wusste, dass es viel Zeit kosten würde, mit mir als Nichtkönnerin ein Video zu drehen. Übrigens habe ich natürlich auch nach Profis geschaut. Aber da war schnell klar: viel zu teuer für mich.
Ich will es kurz machen: die letzten Wochen war ich mit Videomachen beschäftigt, und heute Morgen, genauer gesagt vor zwei Stunden, habe ich diese Aufgabe gelöst. Das Video ist fertig. Und ich habe viel dabei gelernt.
Denn das Drehen ist nur ein kleiner Teil des Videomachens. Danach gehts erst richtig los, dann kommt die Bearbeitung, und dabei bin ich über mich selbst hinausgewachsen. Ich weiß jetzt was ein "Thumbnail" ist, und wie Trimmen geht und wie man zwei Clips aneinanderfügt und wohin man ein Video hochlädt und wie lange das dauern kann und so weiter und so weiter.

Dienstag, 3. Juli 2018

"Pink & Silver Age"

Im Zusammenhang mit meiner Arbeit am Buch über Gemeinschaftliche Wohnprojekte lese ich derzeit das kommunebuch. utopie. gemeinsam. leben. Es ist 2014 bei Assoziation A erschienen.
Im Buch gibt es ein Kapitel über Altwerden: Pink & Silver Age - wie können wir in Kommunen altern?
Die Texte dieses Kapitels sind Berichte, zum Teil als Briefe geschrieben, in denen über das eigene Altwerden in der Kommune erzählt wird. Ich habe diesen Teil des Buches eben gelesen und bin begeistert. Da berichten Leute, die in jungen Jahren die Entscheidung getroffen haben, in Gemeinschaften zu leben und Utopien zu verwirklichen. Und jetzt sind sie alt geworden. So wie die, die ein ganz normales bürgerliches Leben gelebt haben. Und natürlich sind sie anders alt als diejenigen, die nicht dieselben Lebenserfahrungen haben machen können. Das wird beim Lesen der Briefe deutlich. Die Altersbeschwerden an sich machen aber nicht den Unterschied aus, sondern die  Denkansätze, die Fragen und die Aussagen dazu.
"Ich will gar nicht mehr alle Entscheidungen mit beeinflussen und eigentlich auch nicht immer zum Plenum gehen. Ich brauche mehr Ruhe und einen entsprechenden Platz dafür!"
"Und ich will die ständigen Gespräche um die immer gleichen Themen mit immer neuen Leuten nicht mehr führen."
"Ich will mich nicht mehr um Kindererziehung kümmern und habe auch keine Lust, mich mit den Kindern ständig auseinanderzusetzen. Dennoch will ich nicht auf sie verzichten."
"Ich habe eine andere Aufgabe in der Kommune: nicht mehr die anstoßende und vorwärtsgehende, sondern layed back, besinnend und besichtigend."
"Ich will auch nicht mehr alle Erfahrungen, die ich in meiner Kommune leidend durchlebt habe, zum wiederholten Male bei anderen erleben."



Mittwoch, 27. Juni 2018

Haltung. Haltung. Haltung.

Aber was ist mit Haltung gemeint? Da ist erstmal die Körperhaltung, die gemeint sein kann. Um die soll es hier aber nicht gehen. Hier geht es um Geisteshaltung. Um Einstellung. Um den Hintergrund, auf dem unser Denken sich entwickelt und unser Verhalten und unser Handeln. Und möglicherweise auch unser Fühlen. Aber da bin ich mir grad nicht sicher, ob Fühlen mit Haltung, mit Geisteshaltung, zu tun hat, oder ob es unabhängig davon geschieht und nur die Interpretation unseres Fühlens von der Haltung bestimmt wird.
Wie kommt Haltung eigentlich zustande? Ich würde sagen, Haltung hat etwas mit Bewusstheit zu tun. Und auch mit der Bereitschaft, Verantwortung für sich und das eigene Denken, Fühlen, Reden und Handeln zu übernehmen. Die Frage ist: wie soll man eine Haltung entwickeln, wenn das eigene Denk-Erlebnis suggeriert, Gedanken kämen einfach so in einem auf und man müsse nehmen, was kommt, weil Gedanken einfach das spiegeln, was ist und was stattfindet. Wer sich sozusagen als Opfer des eigenen Denkens erlebt, dessen Haltung ist eben eine Opfer-Haltung. Und wer sich mit dem Altern schwertut, dessen oder deren Haltung ist auch oft die Haltung, Opfer der Gegebenheiten zu sein.
Altwerden findet ja gegen unseren Willen statt. Würden wir gefragt, würden wir uns gegen Altwerden aber für ein langes Leben entscheiden. Selbst die, die sagen würden, okay, ich bin einverstanden, irgendwann zu sterben, würden sagen, dass sie sterben möchten ohne alt werden zu müssen, wobei sie aber lange leben wollen.
Ich will auch lange leben. Ich nehme Altwerden in Kauf, weil ich es nicht ändern kann. Und was ich nicht ändern kann, damit finde ich mich ab und mache das beste draus. Wie mit dem Wetter. Ich passe mich an. Ich nehme einen Schirm mit oder ziehe Sandalen an, je nach dem. So mache ich das auch mit dem Alter. Diese Einstellung ist Teil meiner Lebens-Haltung.

Donnerstag, 7. Juni 2018

Vielfalt ist DIE Herausforderung

Überall wo Menschen zusammenkommen geht es um Vielfalt. Das ist nicht neu. Der Unterschied zu früher ist aber, dass Vielfalt mittlerweile als Wert an sich erkannt wird und sich damit die Herausforderung geändert hat.
Früher war die Herausforderung eher, Vielfalt "in den Griff" zu bekommen und Unterschiede und Verschiedenheiten einzuebnen. Der Ruf nach Kompromissen ist immer noch allgegenwärtig. Ohne Kompromisse gehe es nicht, sagen die meisten, die mit Vielfalt zu tun haben.
Ich glaube nicht an das Konzept der Kompromisse, und, um es gleich zu sagen, ich glaube auch nicht an das Konzept der Mehrheitsbeschlüsse. Ich empfinde beide Konzepte als überholt.
Ich glaube an das Potential von Möglichkeiten und an die Entfaltung aller, die beteiligt sind. Ich glaube an Miteinander, das auf Zuhören beruht anstatt auf Überzeugen wollen.
Früher wurde Vielfalt als Hindernis betrachtet, das es zu überwinden gilt. Im modernen systemischen Denken ist Vielfalt eine Ressource, die willkommen geheißen und gepflegt wird. Heute besteht die Herausforderung darin, das Chaos auszuhalten, das mit lebendiger Vielfalt einhergeht. Übrigens: Wer an Kontrolle glaubt und vielleicht selbst ein Kontrollfreak ist, dem sträuben sich die Haare bei diesem modernen Konzept von Miteinander. Und das ist nachvollziehbar, denn Kontrolle um der Überprüfung willen, ob alles "richtig" gemacht wurde,  macht beim systemischen Denken von Vielfalt keinen Sinn mehr. Systemische Vielfalt reguliert sich selbst, indem alles immer und jederzeit von allen überprüft und nachjustiert wird. Dabei geht es nie um richtig und falsch, sondern um Orientierung und Anpassung.
Was das jetzt mit Altern zu tun hat? Altwerden systemisch zu denken ist eben auch anders als früher, als Altwerden statisch gedacht wurde. Es gibt keine Lebensphase, in der die individuellen Unterschiede so vielfältig sind wie im Alter. Also tun wir Alten gut daran, uns mit Vielfalt zu beschäftigen, wenn wir den Kontakt zu unseren Alterskohorten pflegen und gestalten wollen.